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Schildersammlung der Scuderia Ghezzi
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Grifo auf der Packung des Corgy-Modells (danke, Ralf!)

Zur Geschichte von Iso Rivolta

Renzo Rivolta, Spross einer oberitalienischen Industriellendynastie, stellte nach dem Zweiten Weltkrieg die Fertigung von Kühlanlagen auf Motorräder und Motorroller (Isomotos) um. Danach entwickelte er den Kleinstwagen Isetta mit zwei Sitzplätzen und Fronteinstieg, ursprünglich ein Dreirad, aus Stabilitätsgründen aber bald ein Vierrad mit eng stehenden Rädern hinten. Die Isetta wurde ab 1954 in Lizenz in mehreren Staaten Frankreich, Spanien, Großbritannien und Brasilien gebaut. Am erfolgreichsten war aber die deutsche Isetta von BMW. Die BMW-Isetta erfüllte den deutschen Nachkriegstraum von Mobilität und wurde bis 1962 über 130.000 Mal verkauft.

Zusammen mit dem Konstrukteur Giotto Bizzarrini (Ferrari 250 GTO, 1960), dem Designer Giorgetto Giugiaro (VW Scirocco/Golf I, 1974) und den Karrosseriebauern von Bertone entwickelte Renzo Rivolta den ISO Rivolta 300, auch Rivolta GT genannt (vorgestellt 1962), ein elegantes Coupé mit ausgewogener Technik und überragenden Fahrleistungen: der 5,4-l-V8-Motor stammte von General Motors aus Detroit, ebenso das Getriebe, für die Achsen und Bremsen orientierte man sich an der Technik der großen Jaguars dieser Zeit - eine Konzeption, die man bei ISO auch für alle folgenden Modelle beibehielt (ab 1971 mit Ford 351-Cleveland-Motoren). Der bekannteste Gran Turismo von Iso Rivolta ist die Berlinetta Iso Grifo (ab 1964).

Nach dem überraschenden Tod seines Vaters Renzo wurde Piero Rivolta-Barberi1966 (mit 25 Jahren!) Leiter der Firma. Unter seiner Ägide entstanden die Limousine S 4, später Fidia genannt, „die schnellsten 4 Sitze auf Rädern“ (Werkswerbung, 1967), der Grifo 7 Litri (mit GM-V8-7-Liter-Motor), das 2+2-Coupé Lele (1970, benannt nach der Frau Pieros), das als Nachfolger für den ISO Rivolta 300 auf den Markt gebracht wurde und das Concept Car Varedo. Mit dem Iso-Marlboro Team fuhr die Firma kurzzeitig Formel 1 Rennen, Team Manager war Frank Williams, Fahrer (u.a.) Nanni Galli und Howden Ganley. Insgesamt wurden nur ca. 1.700 ISOs gebaut. 1974 machte das Unternehmen Konkurs.
Ferdinand Leopolder, München, Last update: 12. Jan 2008