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S4 Nr. 24 - die Wiederentdeckung Zu einem Besuch bei Peter in Au gehört immer eine "Tour de Stadel" um Neuankömmlinge und alte Leichen zu bestaunen. Neben seinem kanarigelben Grifo 7 litri Serie I hatte er ja schon seit ewig seinen Alfa Romeo GTA in Renn-Outfit und einige andere schöne durchlaufende Posten. Eines Tages im Winter, so ca. 1998 war durch Schleifspuren in der Einfahrt und an der aufgewühlten matschigen Zufahrt zum Stadel auch für Ungeübte leicht zu erkennen, daß eine Neuaufnahme jüngst erfolgt war. Und tatsächlich: neben dem verhüllten GTA stand statt des GT Junior nun eine Riesen-Limousine von eindeutig exotischster Bauart. Die Tatsache, daß der Wagen über und über verkrustet war von Rost, aufgeworfenen Spachtelplatten und hochgepelltem Billiglack konnte seine elegante Herkunft und Besonderheit nicht verbergen. So einen Wagen hatte ich noch nie gesehen, Peter meinte es sei ein Iso Rivolta Fidia, den er sich zum Ausschlachten hergeholt habe, "Hinterachse, Getriebe, Lenkrad, was man halt so braucht". Mit Andrea (damals noch voll Verständnis für automobile Eskapaden) war ich mir gleich einig, daß wir dieses außergewöhnliche Fahrzeug vor dem Verderben beschützen würden. Geschäftlich hatte ich schon lange Anspruch auf einen Dienstwagen ersessen, fuhr aber lieber immer mit meinem Alfa Romeo 164, V6 2,0 (!) turbo vor und dachte, der Fidia wäre mal eine schöne Abwechslung für die ehrenwerten Herrn die ich ab und an rumzufahren hatte. Peter hatte den Wagen in berlin gefunden, und das war so: peter war zur TU berlin als Fachreferent in Stilfragen beim Automobildesign gefahren, er hatte dort seinen 7 litri vorgestellt. Ein paar Rocker hatten sich angeboten, das Auto in den Pausen zu bewachen, und beim Abschied trat ein pickliger Nachwuchs-Wachmann auf Peter zu und sagte "ich weiß wo ein Iso steht." Abfälliges Lachen in der gemeinde, aber Peter ließ sich von ihm nach Ostberlin (!) bringen, auf einen Friedhof für Citroen DS-es. Ganz hinten im Eck hatte der Händler tatsächlich mal was anderes geparkt - einen Iso Rivolta S4! Peter machte ihm gleich ein Angebot, was der Typ empört zurückwies. Zum Glück hatte Peter seine Adresse dagelassen: Ca 5 Monate später, an einem Freitag abend, klingelte Peters Handy: wenn er den Wagen morgen früh vom Hof hätte, könne er ihn für 5.000 Mark haben, aber bitte vor 11:00. Peter vertäute seinen Hänger am Kombi, schnallte sich die Geldkatze um und fuhr sofort los, die ganze Nacht durch, im Winter, nach Berlin. Dort hatte sich der Hof schon merklich geleert, es war leicht, an den Fidia hinzurangieren, kurz vor 11:00 war der Wagen vom Hof und der gerichtsvollzieher hatte freie Bahn: außer ein paar DS-Leichen und Büromobiliar war nichts mehr zu holen. So viel zur Wiederentdeckung des S 4 Nr. 24, dessen Nummernschilder noch den TÜV für März 1972 fordern. Die habe ich noch, konnte aber den ursprünglichen besitzer nie ermitteln, da in Clusone wohl keine Daten darüber vorliegen (oder nicht rausgerückt werden). Reparaturstationen: Flensburg für neue Papiere, KVR München für deren Ausstellung (Zitate aus der ersten Version: Hersteller: "ISO RIVOTA"; Motor "Schevrolet", ehrlich!), dann: Landmaschinenhandel bei Erding fürs strukturelle, Hans Wittenzellner für die Technik, TÜV Altötting fürs historische Gutachten, Color-Car in Ungarn für das Äusserliche (Lack), nachmals Technik bei Martin, danach Isofahrn bis heute ohne Probleme. Nicht ganz original, das teil, aber es macht Spaß... Ferdinand Leopolder |